Die Übungspraxis

Einige der Hauptkriterien zur Unterscheidung der Asanapraxis von normaler Gymnastik sind das bewusste Atmen sowie das achtsame Wahrnehmen aller körperlichen Vorgänge während einer Übung und in der Entspannungsphase.

In statischen Haltungen sollte der Atem möglichst frei fließen, während bei der Durchführung dynamischer Übungen und Übungsverbindungen die Atemphasen mit dem Wechsel der einzelnen Übungsschritte genau koordiniert werden. Der Atem führt durch die Übungen.

Durch die dauernde Konzentration auf den Atem und die körperlichen Reaktionen wird ausgehend von einem erhöhten Körperbewusstsein ein konstanter Fokus aufgebaut, der schließlich über die Yogamatte hinausgehend Teil des Alltags werden sollte.

Die Kultivierung der Achtsamkeit – eines der Hauptthemen im Yoga – hat in der Asanapraxis den positiven Nebeneffekt die eigene Schmerzgrenze besser erkennen zu können um nicht darüber hinauszugehen. Die eigenen Möglichkeiten sind der wichtigste Maßstab, übertriebener Ehrgeiz und Konkurrenzdenken sind in der Übungspraxis kontraproduktiv und können das eigentlich geringe Verletzungsrisiko sogar erhöhen.

Eine sinnvolle Yogapraxis ergibt sich nicht aus einem möglichst akrobatischen Herunterturnen der Asanas, sondern aus der Qualität des Bewusstseins und des in sich Hineinspürens während einer Übung. Jede Kurseinheit beginnt mit einer kurzen Meditation oder Atemübung, gefolgt vom längeren Teil der Körperhaltungen (Asanas) und endet mit einer geführten Tiefenentspannung. Zwei bis drei Stunden vor der Übungspraxis sollte man keine feste Nahrung zu sich nehmen.